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Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart
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Scharwerk, das

Das Scharwerk, des -es, plur. die -e, und das Zeitwort scharwerken, welches ein Neutrum ist, und das Hülfswort haben erfordert, zwey aus Schar und Werk zusammen gesetzte Wörter, welche noch im gemeinen Leben mancher Gegenden üblich sind. 1) In einigen Oberdeutschen Gegenden, z.B. in Baiern, ist das Scharwerk ein jeder Frohndienst, eine Frohnarbeit, eine Frohne, und scharwerken fröhnen. Es ist in dieser Bedeutung sehr alt, noch früher aber kommt Schar, im mittlern Lat. Scara, in der Bedeutung der Frohne, und Scararius von einem Fröhner, Frohnbauer vor, wovon des Du Fresne Glossarium nachgesehen werden kann. Frisch und andere nehmen Schar hier in der Bedeutung eines Haufens von mehrern, und erklären es durch Arbeiten, welche mehrere zugleich verrichten müssen. Allein für das einfache Scara ist diese Figur viel zu hart und ungewöhnlich, daher hier vielmehr die erste eigentliche Bedeutung einer heftigen Bewegung zum Grunde zu liegen scheinet, so daß Schar und Scharwerk eine schwere Handarbeit bedeuten würde. In Baiern ist scharen noch wirklich arbeiten. S. 1 Schar, obgleich selbiges auch die Bedeutung des Zwanges leidet, so daß Scharwerk eine Zwangarbeit, im mittlern Lat. Angaria, ist. Ohne Zischlaut kann auch das mittlere Latein. Corbata und heutige Franz. Courvée dahin gerechnet werden. Zu der Bedeutung der heftigen Bewegung gehöret auch das Mecklenburgische scharwachen, sich im Bette schlaflos herum wälzen. 2) Bey den Mäurern, Zimmerleuten und andern Handwerkern und Arbeitern ist Scharwerk, theils eine Nebenarbeit, theils aber auch diejenige Arbeit, welche sie nach und außer den gewöhnlichen Arbeiten verrichten, und scharwerken solche Arbeit verrichten. Hier scheinet der Begriff der Kleinheit, der Verminderung, der Verkürzung zum Grunde zu liegen, so daß Scharwerk hier eine jede kleine Nebenarbeit bedeutet. S. 1 Schar.



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